23. Juni, 19.30 Uhr: Massenmigration. Neuzusammensetzung der Klasse und die Perspektiven der Linken

Wir laden euch zu einer ersten Perspektivdiskussion ein, die sich mit der Neuzusammensetzung des europäischen Proletariats unter dem Eindruck des Sommers der Migration 2015 befassen soll: mit den zukünftigen Problemen des Arbeiter_innenkampfs in der Metropole Deutschland.


Veranstaltung:
Donnerstag, 23.06.2016, 19.30 Uhr
im „Resonanz“ (Hohentorsheerstr. 24)


Im Sommer der Migration 2015 ging es uns allen darum, den Kampf ums Überleben, das Recht auf Bewegungsfreiheit gegen die Festung Europa soweit wir konnten gemeinsam zu unterstützen. Viele von uns haben an der enorm breiten europaweiten Unterstützungsbewegung in der einen oder anderen Form teilgenommen. Nachdem sich z.B. die Alarmphone-Gruppe schon länger für die Rettung von Schiffbrüchigen auf der lebensgefährlichen und mörderischen Mittelmeerfluchtroute praktisch engagiert hatte, haben sich im letzten Jahr auf der gesamten Balkanroute breite Solidarisierungen ereignet. Von der autonomen Linken wurde u.a. das Bündnisprojekt Moving Europe in Gang gesetzt, das auch maßgeblich am Zustandekommen des nächsten Grenzcamps in diesem Sommer bei Thessaloniki beteiligt war. In Bremen hat sich das Refugee Welcome Bündnis den Kampf gegen Lagerunterbringung und die Förderung der Selbstorganisation über Versammlungen von Flüchtlingen (Assambleas) zur Aufgabe gemacht. Diese vielfältigen Ansätze werden sich weiterentwickeln und zu gemeinsamen gemischten Aktionen „von unten“ führen.

Uns soll es auf unserer Perspektivdiskussion um einen weiteren Aspekt gehen: den der Verwertung und Integration von Arbeitskraft von Migranten_innen und Flüchtlingen. Gerade sind einige Gesetze wie das neue Integrationsgesetz in Planung, die den Zwang zu beliebiger schlechter Arbeit bei Niedriglohn und zur Unterwerfungsbereitschaft der Migranten_innen enorm verschärfen. Wir gehen davon aus, dass das Kapital und der Staat einen dringenden Bedarf an migrantischer Arbeitskraft haben, diese hier aber neu „sortiert“, teilweise abgeschoben, teilweise „verwertet“ werden soll. Überschrift: „Integration“.

Was bedeutet diese Situation für Interventionen und Organisationsanstrengungen der radikalen Linken? Was ist mit dem zukünftigen Arbeiter_innenkampf in Betrieben und auf den Ämtern, gegen Behörden und Abschiebeterror?

Wir haben Peter Birke und Herbert Thomsen (Bremer Erwerbslosenverband BEV) eingeladen, mit uns über Grundlagen und Perspektiven zu diskutieren. Wie ist die Ausganglage? Wie können wir uns perspektivisch gemeinsam mit Migranten_innen gegen totale Vereinzelung in der Arbeit wehren und zusammenkommen, gegen den digitalisierten Arbeitsstress, gegen rassisistische Spaltung, zu wenig Geld, rundum gefühlte Ohnmacht?

Zum Einlesen: Peter Birke: Zur sozialen und politischen Neuzusammensetzung der Lohnarbeit